Okay, IT IS ON !
Die Welt wird mir grad mal wieder viel zu verrückt, als dass ich nicht darüber schreiben müsste…
Barack Obama erhält den Friedensnobelpreis.
Gut, dass ich heute den Firmenwagen schon eingeparkt hatte, als ich DAS im Radio gehört habe. Ich hätte den sonst, glaube ich, an die Wand gesetzt. Wie kann eine solche alteingesessene Institution so auf den Pop-Art-Yeah-Hail-the-Messias-Zug aufspringen ?
Der hat doch noch nichts gemacht! Er hat den Laden einfach weitergeführt. Er hat Guantanamo geschlossen. Toll. Er hat viele Reden geschwungen. Toll. Aber was zum Geier rechtfertigt den Friedensnobelpreis ?
Mutter Teresa, Henry Kissinger, Nelson Mandela, Lech Walesa, der Dalai Lama, Gorbatschow, etc. - Sie alle haben den Preis bekommen, weil sie vorher etwas getan haben, etwas erreicht oder es zumindest versucht haben. Obama bekommt ihn scheinbar nur, weil er gewählt wurde.
Dabei hat sich die Obama-Euphorie eigentlich schon seit ein paar Monaten wieder gelegt und jetzt das. Unglaublich.
Ihr werdet sehen, als Nächstes bauen sie ihm nen Tempel.
Irgendwie fliegt die Zeit gerade an mir vorbei…
Die letzte Prüfung, dann fünf Wochen arbeiten (gibt in Kürze nen Extra-Eintrag), und auf einmal geht das Semester wieder los.
Ja wie, der NATO-Gipfel ist schon drei Wochen her ? Ich dachte, das Hotel und das Grenzhäuschen sind noch warm…
Wie mein letzter Blogeintrag ist anderthalb Monate her ? Ich hatte den irgendwie so vor vier Wochen im Gefühl…
Und Ostern war letztes Wochenende, oder nicht ?
Ich weiß nicht, warum mir das jetzt gerade soo extrem vorkommt. Vielleicht muss ich auch einfach nur meine tägliche Zeiteinteilung etwas umstrukturieren. Keine Ahnung…
Und ja, liebe Leser (falls hier einer überhaupt noch regelmäßig vorbeischaut), ich weiß, dass dieser Blog in den letzten Monaten mehr tot als lebendig war. Leider. Ich muss mir leider eingestehen, dass mir das Ganze nicht mehr ganz so viel Spaß macht wie früher. Es war manchmal leider eher ein Zwang als eine Freude, einen Eintrag zu schreiben. Das liegt mit Sicherheit daran, dass ich in letzter Zeit nicht mehr so viel Freizeit hatte wie z.B. noch vor einem Jahr, als gammelnder Zivi. Aber wahrscheinlich ist das Ganze auch ein bisschen ein Teufelskreis, denn wenn man einmal “draußen” ist aus dem Bloggen, dann kommt man irgendwie nicht so schnell mehr rein. Naja und als dritter Aspekt kommt natürlich noch dazu, dass ich mich bewusst entschieden habe, nicht mehr so viel Privates zu bloggen, es geht ja nicht unbedingt jeden, der hier unterwegs ist, etwas an. Und immer nur Politsatire oder Anekdoten, da geht mir irgendwann die Puste aus.
Aber wenn ich die alten Einträge so durchblättere, Mann, da waren echt ein paar geile Sachen dabei. Ich lache da heute noch, selbst beim zehnten Mal lesen. Und genau aus dem Grund kann ich das hier nicht beerdigen - ich werde weitermachen, vielleicht gibt es die Einträge nicht so oft, wie ihr es von mir gewohnt seid - ok, wart - aber es geht weiter…
Vor fünf Minuten hat mein Telefon geklingelt.
(fast wörtliche Wiedergabe)
“Müller.”
- “Ja guten Tag, hier ist Herr XYZ von der Firma Eurowin. Spreche ich mit Herrn Patrick Müller.”
“Ja. Um was geht es ?”
- “Ja Herr Müller, ich wollte eigentlich nur nochmal schnell nachfragen, ob es denn bei dem dreimonatigen Abonnement bleibt, oder ob sie nicht doch ein längeres Abonnement haben möchten.”
“Äh was ? Also ich habe kein Abonnement abgeschlossen.”
- “Doch das haben sie.” (Ok, damit ist meine Gute Laune vorbei.)
“(mit Nachdruck) Nein, das habe ich GARANTIERT nicht und sie sagen mir jetzt sofort, woher sie meine Adresse und meine Telefonnummer haben.”
- “Wie meinen sie ?”
“Ganz einfach, sie sagen mir jetzt, woher sie meine Adressdaten haben, dann kann ich meinen Anwalt einschalten.”
- “Sie sind doch erst 1985 geboren, sie können sich doch gar keinen Anwalt leisten.” (1985 ist falsch im Übrigen)
“Was ?! Äh, was soll das jetzt heißen ?”
- “Ach das weiß ich doch nicht, wie sie zu uns kommen, sie haben sich wahrscheinlich auf unserer Homepage angemeldet.”
“Nein, das habe ich mit Sicherheit nicht.”
- “Doch, das haben sie. Sie müssen doch wissen, wo sich anmelden und wo nicht.
“Das weiß ich auch, aber Moment, wir machen das anders, ich hol schnell was zum schreiben.”
(hole einen Block und einen Stift)
“So jetzt. Jetzt sagen sie mir bitte nochmal ihren Namen und die Adresse ihrer Firma, dass ich mir die notieren kann.” (und ihren echten Namen, lag mir noch auf der Zunge)
- “Ja wie, haben sie am Anfang nicht zugehört, oder was ?”
“Nein, ich habe es rein akustisch nicht verstanden. Könnten sie es bitte nochmal wiederholen.”
- “Ach. (legt auf)”
Die werden auch immer dreister :-)
Wahl.exe konnte nicht gestartet werden
6 Kommentare Veröffentlicht 3. März 2009 in Politik und GesellschaftDas Superwahljahr 2009 hat begonnen. Fünf Landtagswahlen, Kommunalwahlen in neun Bundesländern, Bundespräsidentschaftswahlen, Europawahlen und Bundestagswahl. Und natürlich Wahlkampf pur, ich denke, Deutschland wird dieses Jahr politisch stillstehen, aber das ist eine andere Sache. Auf was ich eigentlich heraus will, ist die Entscheidung, die das Bundesverfassungsgericht heute morgen Gott sei Dank richtig gefällt hat:
Wahlcomputer werden zur Bundestagswahl nicht zugelassen.
Halleluja, kann ich da nur sagen. Eine komplett elektronisch erfasste Wahl wäre der Albtraum für unser eigentlich vorbildlich gerechtes Wahlsystem, denn dann wäre die Tür geöffnet für Wahlfälschung im großen Stil, sei es durch Lobbyisten, Hacker, Terroristen oder sogar die Parteien selbst. Kein Computersystem dieser Welt ist bislang sicher und deshalb darf es so etwas wie eine elektronische Wahl nicht geben. Die Möglichkeit, dass allein durch technische Manipulation politische Macht erlangt werden kann, muss kategorisch ausgeschlossen werden. Leider ist das Vertrauen einiger Politiker in die Sicherheit der Informationstechnik noch viel zu groß, sie sind ja in der Regel keine Fachleute und gehören ja auch nicht der jüngeren, mit Coumputern besser vertrauten Generation an. Aber ganz konkret ist auch längst bewiesen, dass die Technik diverser Wahlcomputer nicht sicher war und ist. Die Niederlande beispielsweise setzte einige Jahre lang Wahlcomputer der Firma Nedap ein, bis sie 2007 wieder abgeschafft wurden, u.a. weil es im Jahr zuvor bei einer Kommunalwahl einen Betrugsvorfall gab. Auch die Wahlcomputer, die in den USA seit einigen Jahren für die Präsidentschaftswahlen eingesetzt werden, hatten technische Probleme und waren ebenfalls manipulierbar.
Außerdem sehe ich keinen Grund, der dafür spricht, eine Wahl elektronisch durchzuführen, außer vielleicht der Kosteneinsparung und der einfacheren Auszählung. Aber bisher hat es immer gut funktioniert, das Ergebnis war spätestens vier Stunden nach der Wahl fest und wenn sich ein Land wie Bundesrepublik Deutschland nicht mehr alle vier Jahre die sechzig Millionen Euro (die beispielsweise die letzte Bundestagswahl gekostet hat) leisten kann… naja dann kann sie eigentlich ja auch keine Banken retten.
Sänk iu for träweling wis Deutsche Bahn (2)
2 Kommentare Veröffentlicht 2. März 2009 in Erlebnisberichte, Politik und GesellschaftFortsetzung:
Nach 20 Minuten steige ich endlich in den Zug ein.
Mit Mühe und Not kann ich noch einen Platz auf einem der Klappsitze ergattern. Ein Glück, dass dieser Zug nicht so voll ist, wie etwa die wöchentlichen Viehtransporte am Freitagnachmittag, bei denen es regelmäßig zu Verspätungen kommt, weil die Leute fast nicht in den Zug hineinkommen. Ich packe ein Physikbuch aus und versuche, mir den Stoff der letzten Vorlesung nochmal deutlich zu machen. Besonders weit komme ich damit leider nicht, denn die junge Frau gegenüber beginnt zu telefonieren. Allerdings nicht leise und dezent, nein, lautstark und völlig schamlos, als säße sie alleine im Zug, packt sie alle Details über ihr offensichtlich turbulentes Privatleben aus. Wer sie wann mit wem betrogen hat, warum sie ihren neuen Frisör hasst, wie der Streit mit ihrer Mutter verlief, das alles und noch viel mehr wird einem in ohrenbetäubender Lautstärke erzählt, ob man will oder nicht.
Fast schon ein Lichtblick dagegen ist der nun ankokmmende Schaffner der mit einem völlig undeutlich dahergeschnatterten “*murmel murmel* Fahrscheine bitte” mein Ticket einfordert. Zu meinem Glück reagiert er etwas gelassener auf mein fehlendes Teilstreckenticket als der Kollege im letzten Zug. Nur eine kurze Erklärung, warum ich es noch nicht lösen konnte und er geht weiter. Muss wohl öfters vorkommen… Sehr zu meiner Freude hat inzwischen auch die Quasselstrippe gegenüber aufgelegt, sodass ich kurz wieder in die Welt der Physik abtauchen kann, allerdings nicht lange: An der nächsten Station steigt nämlich ein junges Pärchen ein und setzt sich nicht weit von mir entfernt. Zunächst erscheinen sie ganz ruhig, doch dann packt sie eine kleine Französisch-Lektüre aus und beginnt ihm daraus vorzulesen, um ihm zu zeigen, wie gut sie schon Französisch gelernt hat. Leider hat sie eine dieser unglaublich aufdringlichen Frauenstimmen mit dem gewissen Miss Piggy-Vibrato, das ihr dann ab einer gewissen Lautstärke etwa den Wohlklang einer Kreissäge verleiht.
Und leider muss ich auch feststellen, dass sie noch nicht besonders gut Französisch kann, denn ihrer Satzbetonung nach liest sie nicht den Text sondern offensichtlich nur jedes Wort für sich. In der Folge komme ich für den Rest der Fahrt zwar mit meinem Buch nur noch eine halbe Seite weiter, dafür aber Kopfschmerzen beträchtlich näher. Immerhin kann ich mich noch mit den sich ständig wiederholenden Werbeeinblendungen auf den Monitoren im Zug ablenken.
Irgendwann kommen wir endlich am Ziel an. Sofort nach der Ansage schnappe ich meine Tasche und laufe die Treppe runter, um endlich der Kreissäge zu entkommen. Leider wird mir unten der Weg versperrt: Ein Reisender hat sein mitgeführtes Fahrrad offensichtlich mit einem anderen und einem Gepäckstück verhakt und versucht nun, seinen Drahtesel irgendwie wieder freizurütteln. Dies wird durch die anderen Fahrgäste nicht gerade vereinfacht, denn die drängen sich um ihn herum panisch in Richtung Ausgang, als ob der Zug an seiner Endstation nur eine Minute stehenbleiben würde. Außerdem will ja auch jeder so schnell wie möglich heraus, um beim anschließenden Gerangel an der Treppe zur Unterführung einen guten Platz zu erwischen.
Kurz vor dem Bahnhof verkündet uns der Zugführer dann mit einer undeutlichen Ansage, auf welcher Seite man denn aussteigen solle, gefolgt von einem - in meinen Augen nicht ganz unzynischen - “Vielen Dank, dass sie mit der Deutschen Bahn gereist sind. Sänk iu for träweling wis Deutsche Bahn.”
Info
Dieses Weblog beinhaltet Gelaber und zeitkritische Ansichten im Kontext aktueller Ereignisse. In den meisten Fällen jedoch Ersteres.
Kommentare
- vivi: für die spontanen aussagen eine 1+ mit sternchen:D wie man nur so...
- vivi: ich bin auch der meinung, dass barack obama den friedensnobelpreis zu...
- confused: Ein im voraus übereichter Preis für noch zu leistende Taten....
- lenny: Freunde des LHC es gibt Neuigkeiten: http://www.golem.de/0911/71...
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