Road to Abi (I): The Road to Abi

So hiermit eröffne ich meine kleine Serie, “Road to Abi”, die ich (hoffentlich) bis zum Ende des Schuljahres noch weiterführen werde. In ihr behandle ich jedes Mal einen anderen Aspekt des Lebens als angehender Abiturient an einem beruflichen Gymnasium in Baden-Württemberg. Viel Spaß !

Teil I: The Road to Abi

Ja “Road” ist hier ganz wörtlich zu nehmen, denn im ersten Teil geht es umd den täglichen Weg zur Schule.
Diesen bestreite ich meistens mit der Bahn, sofern selbige nicht gerade mal im Schneechaos stecken bleibt oder Mitschüler mir eine Mitfahrgelegenheit im Auto anbieten. Aufgrund eines etwas ungünstigen Fahrplans ist es allerdings so, dass unser Zug erst drei Minuten vor Unterrichtsbeginn ankommt, was einfach zu spät ist, um rechtzeitig an der Schule zu sein. Genau deshalb jedoch haben sämtliche Renchtäler, die diese Schule besuchen, das offizielle Sonderrecht zu spät zu kommen - sehr zum Unmut mancher Lehrer.

Wie viel Zeit verbringe ich eigentlich jedes Jahr im Zug ?
Die Fahrt von Lautenbach nach Offenburg dauert ca. 22 min. Mit Rückfahrt also pro Tag 44 min. Das Schuljahr hat 37 Unterrichtswochen, macht 185 Tage minus ein paar Feiertage macht mal gerundet 180. 180 mal 44 min macht 7920 min oder 132 Stunden. In drei Jahren TG macht das also ungefähr 396 Stunden, was 16,5 Tagen entspricht. Geht ja noch.

Bei der täglichen Reise mit der Bahn erlebt man jedoch auch immer mal wieder einige lustige Dinge. So kam es beispielsweise unlängst dazu, dass wir, als wir gerade die Treppe am Bahnhof heruntergingen, hinter uns ein Husten gefolgt von einem Plätschern vernahmen. Als ich mich umdrehte, sah ich einen etwas zerzaust wirkenden jungen Mann, der gerade hinter uns die Treppe herunterstolperte, kurz anhielt und - was meinen Verdacht auf das Plätschern bestätigte - mitten auf die Treppe kotzte. Er rannte jedoch sofort weiter, sodass ich mit ein paar schnellen Schritten vorwärts in Sicherheit bringen musste, damit der mich nicht noch treffen konnte. Er rannte wild hustend an uns vorbei, entleerte sich nochmal ein paar Meter weiter und bog dann links um die Ecke ab auf den Bahnsteig hoch. Hatte es wohl eilig…
Auch kurios aber leider nicht spaßig sind die Bahnschalter. Da wir alle paar Monate unsere Monatskarten am Schalter lösen müssen (komplizierte Berechtigungsschein-Bürokratie !), müssen wir uns zwangsläufig dort anstellen. Zur Mittagszeit ein hoffnungsloses Unterfangen, denn immer dann sammeln sich sämtliche Problemfälle unter den Fahrgästen in einer langen Schlange vor dem einzigen geöffneten Schalter. Da fehlt weder der etwas verwirrte Mitfuffziger, der doch dringend nach Baden-Baden muss, aber kein Geld dabei hat, noch die klischeehafte japanische Reisegruppe oder die freundliche alte Dame, die sich ausgerechnet jetzt über die Fahrtmöglichkeiten nach Hinteroberschnarchbach erkundigen muss. Eine Tortur !
Schafft man es schließlich in den Zug, kann man sich trotzdem nicht immer zurücklehnen. Öffentliche Verkehrsmittel dürfen nämlich leider auch von krassen Gangstern mit dem neusten Ghettoblasterhandy und von quietsch-stimmigen müll-labernden Mädchen benutzt werden. Genauso übrigens von hyperaktiven Waldorfschülern mit ihren charakteristischen Kickrollern. Oder lustigen Rentnerreisegruppen auf dem Weg ins Nirgendwo. Oder versifften Punks, die sich über ihren letzten Lachgasflash unterhalten.

Ja, eine Bahnfahrt die ist lustig. Solange man sie nicht jeden Tag macht :)


  1. 1 S.

    Bahnfahren ist Krieg. (nicht nur mit dem Metal Train :D)

    Im Übrigen hab ich heute festgestellt, dass es noch genau 11 Tage Unterricht bis zum Abi sind. Das ist (beunruhigend) wenig. :o

  2. 2 azreal

    ein Glück nutzen wir die Zeit in Mathe zum wiederholen und nicht um ne Arbeit zu schreiben :)

  3. 3 M.

    M.
    joah…jetzt sinds noch 10 Tage…und wir haben in Deutsch noch gar nix zu Exilliteratur gemacht…hmm

  4. 4 T.

    Und wir wollte in dieser Zeit eigentlich noch eine neue Lektüre in Deutsch anfangen… Haben wir ihr aber dann doch noch ausgeredet und stattdessen wiederholen wir momentan noch einmal die Exilslyrik.
    @ M.: Wir haben noch Plätze frei… ;)

  5. 5 S.

    Jo, Austauschschüler gern gesehen. Der Lerneffekt ist immens.
    Zitat J. B. nach einer Stunde bei uns in Deutsch: “Boah, die hats ja bös ned drauf aber wenigstens ischs total locker hier” :)

  6. 6 T.

    Ja, er hat sich schon bei “seiner” Lehrerin beschwert, aufgrund unseres einfachen Unterrichts.^^

Einen Kommentar schreiben



Kommentare

  • nikehikespike: Every human on earth seems to have Nike’s on their...
  • anon: Bin auf dieser Seite gelandet, als ich gerade nach Infos zur Hamburger...
  • Gebäudereinigung Hamburg: Toller Blog. Weiter so!
  • vivi: für die spontanen aussagen eine 1+ mit sternchen:D wie man nur so...