Road to Abi (IV): Oh mein Gott, Abitur !
Veröffentlicht 16. April 2007 in Bildung & Arbeit, Mein LebenWorte haben große Macht.
Dies merkt zur Zeit sicher jeder angehende Abiturient, denn die bloße Erwähnung des Wortes “Abitur” weckt bei anderen Menschen nicht selten den Oh-Gott-So-Was-Wichtiges-Und-Großes- und den Dagegen-Ist-Mein-Leben-Doch-Keinen-Pfifferling-Wert-Reflex, eine imaginäre ehrfürchtige Verneigung, meist kombiniert mit einer Mischung aus dem Zum-Glück-Steck-Ich-Nicht-In-Dem-Seiner-Haut- und dem Viel-Glück-Dabei-Blick.
So zum Beispiel vor einigen Wochen bei der Arbeit:
“Wann hasch du denn Abi-Prüfunge ?”
“In knapp zwei Monaten.”
“Oh das heißt, du kommsch jetzt dann nicht mehr so oft, oder ?”
Moment mal. Klar, die meisten heutigen Arbeitskräfte haben kein Abitur, das wird sich aber in Zukunft ändern. Klar, es ist Abitur, der höchstmögliche Schulabschluss in Deutschland, aber das sagt ja seit PISA nichts mehr aus. Und vor allem, wer würde neben all den Wiederholungsphasen in der Schule schon zwei (2 !) Monate vorher anfangen zu lernen ? Also ich persönlich weiß von niemandem, der früher als 4 Wochen vorher angefangen hat. Und wenn, dann nicht so intensiv, dass ich nicht mehr zweimal die Woche arbeiten könnte.
Aber nicht, dass ihr mich falsch versteht, im Gegenteil, ich finde solche eigentlich überzogenen Reaktionen manchmal sehr praktisch. Denn mit dem Verweis auf’s Abi lässt sich so manches Erreichen, was sonst nicht möglich wäre, ja sogar nervige Brüder hören auf zu nerven, wenn man sie mit dem Vorwand, man würde auf’s Abi lernen, wegscheucht. Herrlich :) Wie gesagt, Worte haben große Macht.
Des Weiteren ziehen Worte auch oft andere nach sich, in diesem Fall nämlich die allen Abiturienten sicher wohlbekannte Phrase “Und dann ?”.
Ich finde es natürlich super, dass sich so viele Menschen für meinen weiteren Lebensweg intreressieren, aber so langsam aber sicher geht mir diese ewige Fragerei doch auf den Keks. Ich ertappe mich des Öfteren dabei, wie ich meine Antwort so knapp wie möglich formuliere (”Zivi”) und dabei gleich die möglichen Folgefragen (”Wo ?”, “Wie lange ?” und natürlich nochmal “Und dann ?”) mitbeantworte. Sicher erscheine ich dann nicht sehr gesprächig, aber das nehm ich in Kauf. Überhand nimmt diese Fragerei natürlich an den Mittagstischen bei Familienfeiern: Hat man gerade dem einen ausführlich seinen Lebensplan geschildert, schnappt der nächste nur das letzte Wort, “studieren”, auf und beginnt dann natürlich den lustigen Fragereigen nochmal von vorne.
Aber das geht schon vorbei !
Einen Kommentar schreiben
Kommentare
- anon: Bin auf dieser Seite gelandet, als ich gerade nach Infos zur Hamburger...
- Gebäudereinigung Hamburg: Toller Blog. Weiter so!
- vivi: für die spontanen aussagen eine 1+ mit sternchen:D wie man nur so...
- vivi: ich bin auch der meinung, dass barack obama den friedensnobelpreis zu...
Links
Banner


Na hoffentlich lesen das deinen kleinen nervigen Brüder nicht…
“Klar, die meisten heutigen Arbeitskräfte haben kein Abitur, das wird sich aber in Zukunft ändern.”
-spätestens wenn sich rumspricht, dass man das aufm tg für umsonst kriegt!
naja 3 jahre deines lebens hald… schwere langeweile..tiefe depression..
hm, vllt. handelt effi ja in wirklichkeit von der zeit am tg?!
Wer will schon noch abi? lieber realschule + 2 Jahre BK ( Da zusatzkurs FH) und dann kanns genausoviel tun und aufm BKTM / TK lernst wenigstens noch was fürs leben =)
Das Proletariat möge schweigen! :P
Wir sind viele du Narr! Mögest du an deinem Kommentar ersticken!
gruß, das Proletariat
Haha, das Beste hast du noch vergessen. Die Verwandten/Bekannten sagen dann immer “du bist sicher momentan voll im Stress”. Ne, bin ich nicht. Ich habe mich auf diese vier “Klausuren” 13 Jahre lang vorbereitet. Wem jetzt noch einfällt, dass er nichts kann, dem kann man auch nicht mehr helfen…
[url=][/url]