Aller schlechten Dinge sind drei

Dieses Kinojahr ist ja an und für sich schon ein Hammer. So viele vielversprechende Filme wie schon lange nicht mehr. Vor allem sind es diverse Fortsetzungen, die sich in den Lichtspielhäusern präsentieren. Klar erwartet man da bei zwei guten vorangegangenen Teilen natürlich noch einen guten dritten. Doch leider schaffen es einfach nicht alle Filmemacher eine konstante Qualität wie z.B. bei Herr der Ringe zu erreichen, wobei man natürlich auch sehen muss, dass dieses Optimalbeispiel auch eigentlich gar keine richtige Fortsetzung war.

Beispiel “Ocean’s 13″: Stilistisch mal wieder ein Top-Film, hat man sich ja auch einfach an den Stil der beiden Vorgänger gehalten. Aber die Story lässt doch ein bisschen zu wünschen übrig (nach Meinung einer stillen Leserin höre ich mich mit dieser Aussage jetzt übrigens an wie eine Deutschlehrerin am SG). War der zweite Teil noch eine logische Fortsetzung des ersten, so fällt der Zuschauer dieses Mal regelrecht in den Film hinein, der Inhalt des ganzen Films basiert im Grunde auf einem stumpfen Racheakt. Und auch sonst, der ganze Film besteht aus Vorbereitungen für das furiose Finale, das allerdings im Nachhinein eher enttäuscht, werden doch fast alle Pointen vorweggenommen. Einzig das plötzliche Auftauchen eines alten Bekannten aus dem zweiten Teil kommt unerwartet, aber das liegt eigentlich auch nur daran, dass es ebenso unerklärlich ist.

Beispiel “Fluch der Karibik 3″: Auch dieser Film ist filmerisch wunderschön, kein Wunder bei 300 Mio Budget für zwei Filme. Aber Teil 2 und 3 sind leider von dem Matrix-Phänomen befallen: “Hey unser erster Film hat unerwartet eingeschlagen wie eine Bombe ! Lasst uns gleich zwei Fortsetzungen zusammen drehen !” Die Folge: Die Story wirkt absolut aufgesetzt. In beiden Teilen tauchen plötzlich neue Figuren aus dem Nichts auf, neue Zusammenhänge und Eigenschaften erscheinen völlig unvermittelt. So ist Jack Sparrow auf ein Mal einer der “Piratenfürsten” und auf ein Mal will jeder jeden verraten, dass es dem Zuschauer kaum noch möglich ist zu folgen. Irgendwann sitzt man dann fast mit dem Gefühl im Kino “Ach egal, die Protagonisten wissen schon was sie tun. Ich genieß die Show.”

Zu “Shrek 3″ kann ich leider keine Aussage machen, da ich den noch nicht gesehen habe. Zu “Spiderman 3″ ebenfalls nicht, da ich mir, nachdem mir der Trailer im Kino schon alle Storywendungen verraten hat, den Film nicht mehr ansehen wollte. Mh, naja und was “Stirb Langsam 4″ angeht, da will ich jetzt nicht drüber reden :)

Liebe Filmemacher, schaut doch ein bisschen mehr auf die Story, statt nur auf die Effekte. Ich erwarte nichts Romantaugliches, nur etwas Schlüssiges !


  1. 1 S.

    Mh, da muss ich zumindest teilweise mal widersprechen:
    Ocean’s Thirteen fand ich sehr gelungen. Die Rückkehr zum Casino / Las Vegas Ambiente tut dem Film sehr gut wie ich finde, das Setting vom zweiten Teil konnte mit dem ersten leider nicht mithalten, das des dritten hingegen schon. Allerdings muss ich dir auch teilweise Recht geben, der Film und hauptsächlich der Schlussgag sind stellenweise ein bisschen vorhersehbar, aber andererseits gibts auch wieder einige Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte und Verbindungen zu den Vorgängern, die es einem nie langweilig werden lassen (Benedict :D). Das gute daran ist, dass man der Story aber immer eigentlich problemlos folgen kann, im Gegensatz zum zweiten Teil, wo ich beim ersten Anschauen teilweise Probleme hatte, mitzukommen. Nie langweilig werden lassen find ich n gutes Stichwort: Es passiert eigentlich immer was, man (also zumindest ich) hat nie den Drang auf die Uhr zu schauen oder das Gefühl “Och nö, die Szene hätts jetzt nicht gebraucht” - einzig der Mexiko-Teil ist n bisschen übertrieben, aber ich steh auf sowas und hab mich köstlich amüsiert :D
    Mir hat er jedenfalls gefallen, ein Film um einfach mal abzuschalten und sich 2 Stunden gut unterhalten zu lassen - und was ich auch noch positiv hervorheben will: es gibt keine hollywoodtypische Liebesnebenstory, die eigentlich keine Relevanz besitzt, aber üblicherweise eingebaut wird um den weiblichen Teil der Kinobesucher anzulocken :D

    Bei Fluch der Karibik stimme ich dir hingegen in allen Punkten zu; das Singapur-Szenario am Anfang fand ich genial, schade, dass das so schnell abgehakt und dann nicht mehr erwähnt wurde.

  2. 2 lenny

    Also mir hat Fluch der Karibik eigentlich sehr gut gefallen, allerdings hat man wirklich zwischendurch mal kurz probleme zu folgen, was ich aber nicht auf die Qualität des Films auswirkt wie ich finde.

    @ S. Klar war das Singapur-Szenario genial aber der Story zufolge auch nicht notwenigerweise erwähnenswert gewesen…

  3. 3 PM

    Wer mal ne krasse, total verwurstelte und ähnlich wie in Ocean’s 11-13 in mehreren Zeitebenen erzählte Story sehen will, die am Schluss wirklich ne Pointe (eigentlich sogar mehrere hintereinander) hat, sollte sich mal “Prestige” anschauen.

  4. 4 S.

    Jupp, “The Prestige” issen Hammerfilm. Unbedingt angucken wenn sich die Gelegenheit ergibt ;)

  5. 5 SK

    ja Prestige war echt gut und außerdem waren Blood Diamond und Déjà Vu die Höhepunkte in letzter Zeit

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Kommentare

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