Bali

Weltklimakonferenz

Ich hatte ja echt schon die Hoffnung aufgegeben, dass die Staatsvertreter auf Bali mal noch einen gemeinsamen Konsens finden. Aber es hat irgendwie geklappt. Da wurde ein bisschen gedrängt und geschubst, ein bisschen von den geplanten Zielen weggelassen, viel diskutiert, noch was von den geplanten Zielen weggelassen, mehr diskutiert, schließlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt und alle, die immer noch nicht mitmachen wollten, als die internationalen Bad Boys dargestellt. Und als dann endlich alle im Boot waren, haben sich die ganzen Staaten sogar getraut, die USA, die natürlich immer noch nicht dabei waren, zu denunzieren, bis die schließlich doch noch unterschrieben haben. Ist ja auch kein Problem, denn wie heute geschehen, kann die Regierung und der Kongress im Heimatland ja danach immer noch sagen, dass die Delegation da Scheiße gebaut hat und die Zustimmung niemals in ihrem Sinne gewesen wäre.
Immerhin steht jetzt mal der Wegweiser für die nächsten Jahre. Ob aber alle Staaten, besonders die großen Industrienationen, USA, Russland, Japan und die EU ihre Versprechen und Ziele einhalten werden ist fraglich. Völlig daneben finde ich übrigens, dass China weiterhin als Entwicklungsland eingestuft wird. Über die dortigen Verhältnisse in Sachen Umwelt- und Klimaschutz brauchen wir ja nicht zu reden und die Dimension hat die der klassischen Industrienationen ohnehin schon überstiegen. Die Chinesen können sich in der Hinsicht lediglich noch hinter dem Verhältnis zur Einwohnerzahl verstecken. Aber nicht mehr lange…
Äußerst positiv wiederum finde ich, dass die Staaten bei der Senkung von Treibhausgasemissionen eine Art internationale Zusammenarbeit beschlossen haben und nicht mehr wie vorher jeder Staat seine eigenen Brötchen backt. Die reichen Nationen sollen vor allem technologisch und finanziell den Entwicklungsländern unter die Arme greifen. Trotz allem wird es ein harter Kampf werden, bis 2009 in Kopenhagen das Kyoto-Nachfolgeprotokoll verabschiedet werden kann, dem dann hoffentlich alle Staaten beitreten.
Bis dahin wird die USA eine neue Regierung haben, die dann wohl etwas kompromissbereiter mit dem Thema umgeht als die derzeitige. Spätestens nach dieser Konferenz ist ja offensichtlich, das diese Führungsriege nichts weiter ist, als eine alte ergraute und korrupte Garde, die immer noch der Zeit des Kalten Kriegs nachträumt, als das Militär noch oben auf der Liste stand und vieles darunter in Bedeutungslosigkeit verschwand. Nein, dass diese Administration ihre Einstellung ändert, war nicht zu erwarten. Sie bremsen und verschieben, führen Politik von gestern und hinterlassen durch die Kollision mit der Realität von heute einen Scherbenhaufen, den dann die Nachfolger aufräumen müssen.
Einen Kritikpunkt habe ich jedoch noch: Die Regierungen alleine haben nicht die Kraft, das Ruder komplett herumzureißen. In Zeiten globalisierter Wirtschaft müssten eigentlich ebenso Firmenvertreter mit an dem Tisch sitzen. Bevor die Wirtschaft sich nicht in die andere Richtung bewegt, wird es schwierig. Und um diese zu bewegen, muss man mit dem einzigen Argument kommen, dass sie Verstehen: Geld. Eine Einrichtung eines Klimafonds, finanziert durch konkrete Klimasteuern. Die Abwälzung der Klimarettungskosten auf die verursachenden Betriebe statt auf die Staatskassen. Glaubt mir, die Konzerne wären rasend schnell dabei, aktiven Klimaschutz zu betreiben.
Auf jeden Fall hat diese Konferenz den Auftakt gegeben für einen wichtigen Weg. Die Aufschreie nach der Veröffentlichung des Weltklimaberichts sind nicht wirkungslos geblieben. Hoffen wir, dass man mit “Bali” in 100 Jahren den Beginn einer Wende verbindet - und nicht den Namen einer versunkenen Insel.


  1. 1 A.

    Nach wochenlangem Gedümpel auf deinem Blog endlich mal wieder ein richtig guter Beitrag!

  2. 2 Anonymous

    jop…

  3. 3 PM

    Ja tut mir leid, die letzten Wochen bin ich etwas versumpft. Hab drei angefangene Beiträge zur Zeit, aber hab die irgendwie noch nicht fertiggekriegt. Es kommt mehr, versprochen :)

  4. 4 Sepp

    batterick, ich kann dir nur zustimmen!

    gerade das mit dem gedanken, dass auch die wirtschaftsvertreter an den tisch müssen!
    *support*

  5. 5 lenny

    Naja ich weiss nicht teilweise geht mir diese ökoheuchelei schon aufn Keks. zB. in Deutschland. Merkel macht schon die ganze Zeit einen auf Ökopropagandachefin der Welt, aber in Deutschland sind in den nächsten Jahren 30 (!!) Kohlekraftwerke geplant. Ich weiss nicht wie das in Einklang stehen soll mit den Forderungen die sie stellt. Aber dann auf dem kleinen Mann rumreiten und in Innenstädten irgendwelche Plaketten einführen wo nur noch Autos mit xyz Rußpartikelfilter fahren dürfen.

    Atomkraft ftw!!! Einfach Kohlekraftwerke abschaffen, dafür nochn paar AKWs. Dann lösen wir die irgendwann durch Fusionskraftwerke oder eine andere saubere Energiequelle deiner Wahl ab ;>. Somit hätten wir das CO2 Problem erstmal verringert. Aber es hört wie immer keiner auf mich. Nuja.

    lg

  6. 6 lenny

    Muss mich berichtigen sind nur (^^) 25 geplant laut dem Artikel:

    http://www.domradio.com/default.asp?ID=35940

  7. 7 J.

    @lenny AKWs sind keine gute Lösung dann kommts iwann zum totalen superGAU und dann hema den scheiß…man sod lieber auf windkraft oder wasserkraft setzen die sind wirklich sauber…

  8. 8 Sepp

    nur leider ist dass problem, dass dieses land nicht von wind und wasserkraft versorgt werden kann. wäre schön, wenn wir so nen fluss wie den amazonas hätten, an dem man ein vernünftiges wasserkraftwerk bauen könnte.
    nuja ham wa aber leider nicht

  9. 9 lenny

    @J. Das Problem ist einfach das wir eigentlich schon alles nutzen was die Wasserkraft in D hergibt… Was nicht gerade viel ist. Und Windkraft? Naja da müssten wir schon die ganze Landschaft mit den hässlichen Dingern zubauen das wir da ein einigermaßen Netz zusammenkriegen.

    Aber gehn wir mal von Solarkraft und Windenergie aus. Was ist wenn es Nacht ist und kein Wind weht? :-O? Wir brauchen dann trotz allen erneuerbaren Energien noch Ausgleichskraftwerke was nicht wenige sein werden. Und was willst du da nehmen?

    1. AKWs
    2. Kohlekraftwerke
    3…

    Wir brauch eine wirklich alternative energieform nicht so kleinkram der zwar in bestimmten Regionen der Erde verdammt nützlich sein kann (zB Solarenergie in Wüstenregionen mit 350 T Sonne im Jahr) aber bei uns in D mit mittelmässigem Klima sich nicht wirklich lohnen…

  10. 10 PM

    In Deutschland haben wir halt leider keinen geeigneten Platz für einen ausreichend großen Stausee.
    Wobei…wenn wir Elbe und Oder stauen würden :)

  11. 11 J.

    @lenny,pm und sepp des stimmt vll aber wie forscher festgestellt haben ist die gefahr das die kinder die in der nähe von AKW´s leben leukemie bekommen um ein vielfaches höher und was ist jetzt schlimmer landschaften die mit hässlichen windräder voll gestellt sind oder kranke kinder (wo deutschland eh schon am aussterben ist) soviel zum thema und außerdem lieber windräder als noch mehr straßen und blockhäuserviertel…

  12. 12 T.

    Dat is’n Plural! Was hat da ein Apostroph verloren?

  13. 13 J.

    @t isch doch scheißegal^^

  14. 14 S.

    Zum Thema “AKWs und Leukämie”: Die Studie darüber, zeigt lediglich Fakten auf. Von direktem kausalen Zusammenhang ist keine Rede - das verneint sogar die Leiterin der Studie. Außerdem sind die “erhöhten Zahlen” noch in einem derart kleinen Rahmen, dass es sich schlicht und einfach um Zufälle handeln könnte.
    Von daher: Die Zahlen sind höher - das Risiko nicht zwingend. Es gibt auch andre Thesen (ich beziehe mein Wissen aus dem Interview mit besagter Studienleiterin im stern vom 13. 12. 07)

  15. 15 Anonymous

    ihr vergesst das tolle gezeitenkraftwerk von eon das löst alle probleme

  16. 16 lenny

    hrhr genau, ganz vergessen die freaks. Jaja ich wart ja nur drauf das da was dickes reinschwimmt in die Turbine ;P

  17. 17 S.

    Mmmh, Walgeschnetzeltes!

  18. 18 lenny

    Delphin-Gulasch *schmatz*

  19. 19 A.

    Wir fassen es mal zusammen:

    - Wasserenergie -> zu wenig
    - Windenergie -> zu hässlich
    - Gezeitenenergie -> … Imagepflege für eon
    - Solarenergie -> zu wenig, zu teuer, zu wenig Ertrag
    - Kernenergie -> langfristig keine Lösung, da Uran endlich ist und China zur Zeit auch geschätzte 1000 KKWs baut
    - Fossile Träger:
    Kohle -> klimafeindlich, teuer
    Gas -> politisch riskant, da starke Bindung an Russland
    Methanhydrat -> Klima!

    - Kernfusion ist langfristig die EINZIGE Lösung, die Energieprobleme der Welt in den Griff zu bekommen. ->Muss mal schaun ob ich mich im Hauptstudium auf Energietechnik spezialisiere und da mal en bisschen mitentwickle

    Ansonsten sag ich mal schöne Weihnachten alle zusammen.
    Gruß Alex

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Kommentare

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