Zivilehrgang in Tübingen
Veröffentlicht 15. Februar 2008 in Erlebnisberichte, Mein LebenDiese Woche war ich nun auf Lehrgang Nummer drei im schönen schwäbischen Studentenstädtchen Tübingen, mit den alten Bekannten vom Hechinger Lehrgang. Und ich muss sagen, es war geil, wir haben uns auf Anhieb wieder gut verstanden und uns auch gleich auf unsere gemeinsamen “Feinde”, die Dozenten, eingeschossen. Das Lehrgangsprogramm war auch um Längen interessanter als in der ersten Woche, es ging nämlich nicht mehr direkt um den Zivildienst, sondern um die Vorbereitung auf die Zeit danach, weshalb wir hauptsächlich “soft skills” trainiert haben und uns ein bisschen theoretisch mit Gruppen und Teammodellen auseinandergesetzt haben. Zum Beispiel stand an einem Tag Erlebnispädagogik auf dem Programm (im Übrigen von einem Bilderbuchsozialpädagogen mit langen Haaren und Retro-T-Shirts durchgeführt, der nach vielen beruflichen Irrwegen und einem neuneinhalbjährigen Blitz-Studium mit 36 schon seinen Abschluss erreichte und jetzt eine Halbtagsstelle als Dozent hat, aber er war ganz lustig), also so lustige Vertrauens-Team-Spiele im Freien und amüsante Kommunikationsspiele. Naja beim letzten Spiel (alle Leute ohne Hilfsmittel über eine in 1,20m Höhe aufgehängte Schnur bringen) hatten wir dann doch keine Lust mehr und haben das Ganze einfach mal ne dreiviertel Stunde nichtstuend “ausgesessen”. Es gab aber natürlich auch wieder langweiligere Einheiten, aber ich hab da ne einfache Möglichkeit gefunden, das zu überbrücken. Und wenn ich mal keine Lust hatte, da dran weiterzuzeichnen, dann gab es ja immer noch die tollen, sabotierenden Grundsatzdiskussionen mit den Dozenten. Wunderbar :)
Das Nachtleben war wesentlich erfüllter als in Hechingen, ist ja auch ne Studentenstadt. Und das war auch gut so, denn freizeitmäßig war das Schulgebäude nämlich schlechter ausgestattet. Am Mittwochabend war ich dann noch in Weissach bei Porsche, auf der Veranstaltung für die Ferry-Porsche-Preisträger. Muss sagen, es war ganz eindrucksvoll, ein schöner Festsaal, ein Haufen fleißige Bedienungen, ein paar nette Reden, aber leider keinen Stipendienpreis gewonnen. Ok, der Bustransfer vom Eingang zum Festsaal über eine gerade Strecke von 200m war schon etwas dekadent, aber gestört hat es nicht. Ach ja - zu Essen gab’s auch noch ein Bisschen :)
Auch noch zu erwähnen wäre vielleicht der FSJ-Lehrgang der dort zeitgleich stattgefunden hat, im Gegensatz zu uns waren dort die Teilnehmer ziemlich gemischt und teilweise (ok, das jetzt nicht mehr im Gegensatz zu uns) ziemlich abgefreakt. Von zweitonnigen Ghettobitches und ausgeflippten Punkmädels, über schweigende, glatzköpfige Thor-Steinar- und Longsdale-Klamotten-Träger bis hin zu langhaarigen Geschlechtschimären war da eigentlich alles dabei, zum Glück auch ein paar ganz normale, gesprächige Frauen, mit denen wir dann genüsslich über die erstgenannten Gruppen ablästern konnten.
War auf jeden Fall eine sehr spaßige Woche !
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Kommentare
- anon: Bin auf dieser Seite gelandet, als ich gerade nach Infos zur Hamburger...
- Gebäudereinigung Hamburg: Toller Blog. Weiter so!
- vivi: für die spontanen aussagen eine 1+ mit sternchen:D wie man nur so...
- vivi: ich bin auch der meinung, dass barack obama den friedensnobelpreis zu...
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Hmm der Kerl, der da so lange gebraucht hat, bis er “nen ordentlichen Job gekriegt hat” erinnert mich irgendwie an so nen Religionslehrer, den ich mal hatte…vor langer Zeit…Zivi ausbilder….