Der 20. April und seine subtilen Begleiterscheinungen
Veröffentlicht 21. April 2008 in Politik und GesellschaftGestern war nun wieder einmal der 20. April, jener Tag an dem vor 119 Jahren der Landschaftszeichner geboren wurde, dessen beruflicher Misserfolg für die Menschheit wesentlich schwerwiegendere Konsequenzen hatte, als es bei anderen Unbegabten der Fall war. Er tat nämlich das, was viele gescheiterte Persönlichkeiten tun: Er wurde Politiker.
Unglücklicherweise bemerkte niemand seine teuflischen und bestialischen Absichten, bis er Reichskanzler war und wenig später eine höllische Kombination aus Weltkrieg und Völkermord ins Rollen brachte, die mit über 50 Millionen Toten die größte Katastrophe des vergangenen Jahrhunderts bildet und bis heute weitreichende Konsequenzen hat. Eine Konsequenz daraus ist die seltsam schizophrene Behandlung des 20. Aprils:
Einige der bildungsärmeren Jugendsubkulturen nehmen dieses Datum gerne als Anlass für Veranstaltungen mit äußerst extremen politischen Statements. Die einen feiern den Geburtstag “ihres” Führers (den sie leider nie selbst erlebt haben) mit Enthusiasmus, fröhnen dabei einigen verwahrlosten Idealen und träumen sich zurück in eine Zeit, in der sie selbst aufgrund ihrer Beschränktheit wohl eher unter das Euthanasieprogramm gefallen wären, als dass sie eine sinnvolle Rolle in der Gesellschaft eingenommen hätten. Der Gegenpol gibt sich hier allerdings auch keinen Deut besser und nutzt das Label “Antifa” als Vorwand für exzessiven Alkoholmissbrauch oder träumt sich ebenfalls in seine Wunschwelt bestehend aus Anarchismus oder Kommunismus (das wissen sie leider selbst nicht so genau), in der man ohne Arbeit wie im Paradies leben kann.
Der (intelligentere) Rest der Gesellschaft zelebriert am 20. April eher konsequentes Nichtandenken, so wie man beschämt versucht über eigene Peinlichkeiten hinwegzusehen. Auch die Medien, die normalerweise ja alles durch den Tee ziehen, halten sich eher zurück, lediglich die Bildungs- und Pseudobildungsformate bringen vielleicht den ein oder anderen TV-Beitrag. Leider treibt dies auch teilweise seltsame Früchte, wenn beispielsweise in der Nacht auf den 20. die Kameradschaft ehemaliger Soldaten in meiner Heimatgemeinde ihr Jubiläumsfest abhält. Zu Skandalen von und mit betrunkenen Altüberzeugten kam es glücklicherweise nicht.
Aber Moment mal, in unserer hinsichtlich dieses Themas äußerst verklemmten und prüden Gesellschaft muss es doch etwas geben, was in dieser Landschaft des Verdrängens noch für aufrechte Impulse sorgt. Genau, die verklemmteste und prüdeste Institution von allen hält hier die Fahne hoch: die deutsche Justiz. Pünktlich zum 20. April haben findige Ermittler mal wieder einen armen alten Greis ausfindig gemacht, der noch nicht gerichtlich abgestraft wurde. Der Segen eines langen Lebens wurde für ihn so leider zum Fluch, da seine Taten von damals nun in den Medien breitgetreten werden. Drei Morde waren es, die er im jugendlichen Alter von 22, unter erheblichem Einfluss der nationalsozialistischen Erziehungspropaganda und - das darf man auch nicht vergessen - auf Befehl ausgeführt hat und sie sind es, durch die er nun, am Ende seines Lebens, quasi öffentlich verteufelt wird. In meinen Augen ist solch eine absolut verspätete Justiz nicht mehr als eine Qual für die Betroffenen und peinlich für ein Justizsystem. Alte Männer für Taten in ihrer Jugend zu belangen, ist doch einfach nur lächerlich. Die damals Jugendlichen waren genauso Opfer des Systems wie ihre vermeintlichen Opfer.
Wie man mit einem solchen Datum umgeht, bleibt letztendlich jedem selbst überlassen. Mit der Zeit wird die Erinnerung ohnehin verblassen, wie bei allen historischen Feiertagen. Heute feiert zum Beispiel auch niemand mehr den Sedantag. Ich selbst habe um Zwölf kurz mit zwei Kumpels angestoßen, in Gedenken an einen schlimmen Menschen und seine Opfer und mit dem zynischen Wunsch: “Hätte er doch mehr Talent gehabt.”
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!Und selbst der Zentralrat hat das Thema noch nicht aufgegriffen!
schon*g*
weil normalerweise heißt es doch von diesem netten verein zu allem möglichen käse:
“ähm, wir haben da auch noch ein wörtchen mitzureden!”
und zum “geburtstag” von diesem gewissen A.H aus B.a.I. :
naja ich sag dazu nur, immer das gleiche mit diesen österreichern :P
(ich weise jegliche verbindung zwischen des herrn H. und mir aufgrund der gleichen herkunft von mir;) )
gruß sepp
Ahahaha hier mal bissel offtopic aber trotzdem geil:
http://zensiert.to/index.php?itemid=4397
ÖKONAZIS… HAHA WAS FÜR IDIOTEN!
@lenny: bisch zu?
das ist doch vollkommen legitim….wenns sowas mal hier gibt, bin ich auch dabei….
Heut war ich morgens gegen die EnBW demonstrieren, mittags über Urwaldabholzung aufgeklärt und abends noch geholfen, ein Wochenende für Kinder zu organisieren, die dann wiederum Unterschriften gegen Urwaldabholzung sammeln….
Wenn es keine Leute gäbe, die sich für die Umwelt engagieren, dann würden einfach alle machen, was sie wollen….
Denk mal drüber nach, was soll die Aktion denn gebracht haben? Die Energie was die da reingesteckt haben hätte man viel sinnvoller nutzen können. Wenn dann hätten die das richtig machen sollen und ne tote Katze ins Silo werfen nach der Ernte. Ich bin auch nicht für Genmais aber das war lächerlich. Überleg mal was der Polizeieinsatz gekostet hat… 370 Polizisten und nen Helikopter wegen den paar Hanseln Oo hallo ?! Jeder klaut nen Maiskolben und die Welt wird besser??? Hab ich was verpasst?
Bin lenny´s Meinung. Wenn man schon den großen Boykott plant dann doch bitte so das es auch wirklich weh tut. 100Hektar Mais mit den paar Leuten sabotiere? Absoluter Schwachsinn auf unterstem Niveau! Dann sprengt man nach der Ernte besser das Silo, oder verdirbt den Mais und meldet es anonym dann muss die Gesamte Ernte entsorgt werden… es gibt 1000 Möglichkeiten und diese Volltrottel machen daraus nicht nur einen absolut Peinlichen Zirkus sondern bringen auch ihre Kinder in Gefahr! Unverantwortlich, Dumm und vor allem mehr als Sinnfrei.
ich finds gut :D
aber in einem habt ihr recht: Die Kinder da reinzuziehen ist extrem sch*****
die sollte man am Besten dem Jugendamt melden…allein die vorstellung in mitten von Ökoheinis aufzuwachsen wo jeder seinen eigen taschenkompost hat bäääh da drehts einem den magen um…
Einfach mal spaßeshalber ne Maisernte zu vernichten ist in diesen Jahren absolut dumm und bringt niemandem was. Nur mal nebenbei. Ich denke ihr wisst was zur Zeit auf den Weltmärkten los ist?
schon…die Ökoheinis sind mit schuld das anderst wo menschen verhungern!
OH SHIT… ich dachte solche Freaks gibt’s nur im Film. Gemeinschaftliches Öko-Camp, Sturm auf ein Maisfeld, Päärchen, die sich (wahrscheinlich) innerhalb von so ner Freakgruppe gefunden haben… Argh !
@J.
völliger Schwachsinn!
Schuld an der Hungerkrise weltweit sind einzig und allein zwei Faktoren:
1. Die EU-Agrarsubventionen. Sie zerstören kleinbäuerliche Betriebe in Entwicklungsländern
2. Der in den letzten 2 Jahren stattgefundene massive Ausbau so genannter “Bio”kraftstoffe. Dabei geht es ja ganz klar nicht um den Schutz der Umwelt sondern einzig und allein darum, möglichst schnell vom Erdöl unabhängig zu werden ohne dabei die Automobilindustrie zum Spritsparen zu zwingen. Und wenn man in Mexiko keine Tortillas mehr machen kann, weil die USA ihren Mais lieber zu Sprit verarbeiten, als ihn zu exportieren, dann ist das einfach nur scheiße!
Hinzu kommt, dass die Gentechnik die Abhängigkeit der Bauern von großen Konzernen massiv erhöht. Den Bauern ist z.B. verboten, die eigene Ernte wieder auszusähen.
Gegen diese drei Punkte läuft die Umweltbewegung seit Jahren Sturm, also behaupte hier bitte nix Unwahres!
90 % der ganze Ökoscheiss der von den Konzernen und der Regierung propagiert wird is eh nur quatsch… Jaaa genau wir drücken dem kleinen Mann ne Plakette auf die er braucht um in Innenstädte dann trotzdem fahren zu dürfen. Bezahlen musser natürlich. Und derweil popagieren wir das als Umweltfreundlich weil da war ja der Feinstaub… oder so. Und nebenbei bauen wir die nächsten Jahre in Deutschland ein Dutzend neuer Kohlekraftwerke wenn nicht sogar mehr… jaja blablabla
Ich kanns echt nicht mehr hören. Und wenn ich Yakult trinke gehts mir besser. Wegen den Darmbakterien da drin. Und der Sport wird uns präsentiert von Novoferm, einem Garagentor.
@A. oh man —> IRONIE?! schon mal gehört?
Lenny, da sprichst du meinem Opa aus der Seele.
Dass er nicht mehr mit DDT spritzen darf, akzeptiert er ja ohne zu murren, aber der ganze Bio-Wahn in der Lebensmittelbranche geht ihm tierisch auf den Keks. Ich muss auch sagen, auch wenn er kein Biosiegel hat und keinen staatlich kontrollierten Ultra-Bio-Anbau betreibt, seine Äpfel sind trotzdem gut und haben mir selbst nach 20 Jahren Konsum noch nicht geschadet…
Mir geht es im Großen und Ganzen eher darum das wir (als Bürger) von vorne bis hinten verarscht werden was das angeht siehe Kohlekraftwerke… WIR sollen die Umwelt schützen und die Politik genehmigt für die Industrie den ganzen Umweltverschmutzerscheiss ohne zu murren. Und vor allem die Automobilindustrie… wenn die sich mal anstrengen würden zwecks alternativen Antrieben würde da schon längst mehr gehen… Aber wenn man den deutschen vor die Wahl stellt ob er in einem riesigen Q7 oder Chayenne durch eine zerstörte Welt fährt oder mit einem Kleinwagen durch eine intakte Natur fährt steht für viele hier die Wahl schon fest… Ich könnt kotzen wenn ich Leute mit diesen Kisten am Decker seh beim Einkaufen.
!
@ lenny und PM
natürlich habt ihr beide recht.
Der Umweltschutz muss auch eine soziale Dimension haben und den haben gerade die vergessen, die das ganze auf dem parlamentarischen Weg durchsetzen wollen (Ich meine natürlich die Grünen…).
Bei denen tummeln sich fast nur Beamte und gutverdienende Leute, die nicht immer an die Mittelschichten denken. Die Forderung nach einem Benzinpreis von 5 DM oder dass alle Bio essen sollen, bringt niemanden weiter, da wird nur die Mehrheit der Bevölkerung abgehängt und das schadet dem Umweltschutz nur.
Neue Kohlekraftwerke zu bauen, ist natürlich völliger Schwachsinn angesichts von Rekordstromexporten.
(siehe http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/die-stromluecke-ist-ein-kampfbegriff/?src=AR&cHash=47ac4b182f).
Und die Politik sieht ja auch nicht ein, GuD-Technologie als Grundlast zu akzeptieren und verteuert das ganze durch eine Extrasteuer, während die Energiekonzerne für die Kohleverstromung jährlich mehrere Milliarden kassieren. Außerdem muss die Kohle deutlichweniger Emmissionszertifikate als Gas kaufen, was klimapolitisch völliger Schwachsinn ist. Wie immer werden die Lobbys bedient….27 neue Kohlekraftwerke waren ja geplant, erst drei konnten verhindert werden…in Hamburg vllt. dank schwarz-grün ein Viertes. Jedes dieser Kraftwerke kostet 1-3 Milliarden. Das Geld könnte man alles in Effizienz, Einsparung und Erneuerbare Energien investieren und hätte locker die gleiche Leistung fürs gleiche Geld und zwar ohne neue Kohle- und Atomkraftwerke.
btw. wir sind mal wieder ziemlich stark vom Thema abgewichen…
[btw. wir sind mal wieder ziemlich stark vom Thema abgewichen…]
logisch :D es is ja eigentlich egal was pms postet ^^
und das ist auch nicht schlimm, oder? Ich finde den Umweltschutz etwas wichtiger als den Führergeburtstag.
@A.
da hast du natürlich recht :)
Also wir triften immer vom Thema ab, aber ist es nicht der Sinn eines Blogs? Ist doch egal, was das Hauptthema war, das Ziel sind Diskussionen! Zumindest in meinen Augen!
Erstmal zu dem schönen Feinstaub und den Bösen Autofahrern, ich weiß nicht aber selbst bei Wiki stehen die Autos oder der Verkehr nur an dritter stelle der Feinstaubproduktion. Vorher kommen die Industrie an erster Stelle und an zweiter die Privathaushalte. Vielleicht gibt es ja demnächst für die Menschen auch so eine Plakete, so nach dem Motto:
Du produzierst im Jahr so viel Feinstaub, du bekommst ne gelbe, dein Nachbar produziert weniger, er verhält sich ökologischer und bekommt ne Grüne. Es tut mir ja leid, aber da wo dein Haus steht dürfen nur Menschen mit einer Grünen Plakete leben!!!
Und PM ich sage es euch gleich, ich bin kein Fan der Grünen und ich finde auch das sie sehr viele bescheuerten Ideen haben und deine Punkte die du angeführt hast, sind vollkommen richtig. Doch ich muss auch etwas gut heißen! Ich habe vor ca. 3-4 Wochen einen Artikel im Spiegel gelesen, wonach ein grüner Bundestagsabgeodneter verlangt hat, das die Abgeordneten in Berlin auf Mittelklassewagen mit niedrigen Emissionen oder sogar auf das Fahrrad umsteigen, weil er es für nicht angebracht hält, das sie zuerst den Umweltschutz so stark propagieren und danach in ihre Limousinen steigen und durch den Stadtverkehr tuckern und dabei enorm viel Benzin rausschleudern.
Also ich fänd das mal gar net schlecht! Naja kann ja verstehen wenn die Politiker sich gegen die Fahrräder auflehnen würden. Wollte im Hochsommer auch nicht im Anzug durch die City radeln wollen, aber das mit den Kleinwagen wär doch mal ne Super idee!!!
http://youtube.com/watch?v=l9xy0L2nwbA&feature=related
mehr fällt mir zu dem ganzen nicht mehr ein….
ich
ach scheisse der macht ja die krokodilklammern nicht… verdammt… wollte schreiben ich liebe den hagen rether… einfach nur genial