Blubber, Blubber, Platz
Veröffentlicht 23. Oktober 2008 in Politik und GesellschaftAhhhh ! Die Wirtschaftskrise !! Reeeeennnt !!!
Es ist mal wieder ein Blase geplatzt, wie ja jeder weiß, der die letzten drei Monate nicht in einem isolierten Keller zugebracht hat (an die Informatiker: Es ist mal wieder eine Blase geplatzt ! ;-)). Vieles ist falsch gelaufen, vieles ging, geht oder wird noch den Bach runter gehen. Aber ich glaube dennoch nicht, dass unsere Weltwirtschaft jetzt zusammenbricht und dass wir alle unsere Jobs und unser Geld verlieren, nein. Vielmehr aber glaube ich mehr denn je an folgende drei Punkte:
1. Menschen handeln im Kollektiv stets absolut dumm und erschaffen so alle ihre großen Probleme selbst.
2. Menschen predigen zwar Logik, handeln aber emotional.
3. Aus 1. und 2. folgt: Die völlig freie Marktwirtschaft ohne staatliche Eingriffe wäre mit ziemlicher Sicherheit das Ende unserer Wohlstandsgesellschaft.
Anmerkungen:
zu 1: Diese Aussage wird wohl niemand bezweifeln. Beweise hat unsere glorreiche Spezies schon genug gebracht: Kriege, Nationalsozialismus, Klimawandel. Jede außerirdische Spezies würde sich doch am Arsch lachen über uns, wie wir uns in regelmäßigen Abständen gegenseitig und auch selbst umbringen.
zu 2: Ich wette, selbst Kant war abergläubisch oder hatte Vorurteile. Es liegt in unserer Natur, unendlich tief verankert. Wir können mit Computern Maschinen erschaffen, die komplett logisch handeln. Wir haben die Logik folglich ziemich umfassend begriffen. Dennoch kann niemand von uns komplett danach handeln, ein innerer Trieb hindert uns einfach immer daran: Unsere Gefühle. Dies tun wir einfach immer und überall. Selbst wenn wir nur einer Menschenmasse durch einen Umweg nachlaufen, weil es uns richtiger erscheint, als den kürzeren Weg alleine zu laufen.
zu 3: Die Weltwirtschaft ist im Grunde ein großer Wagen, auf den in den letzen Jahrzehnten immer mehr Menschen aufgesprungen sind und der irgendwie völlig unkontrolliert durch die Gegend rattert, weil jeder einzelne ein Lenkrad für das Ding besitzt und jeder in eine andere Richtung schaut. Manchmal rasen wir schnell und problemlos dahin, aber manchmal kollidieren wir auch frontal mit einer Mauer. In diesem Fall bestand die Mauer aus amerikanischen Hypotheken. Zu unserem Glück gibt es da die Leute vom Staat, die sagen uns wenigstens grob, wo’s langgeht und können den Karren im Notfall wieder flicken. Völlig freie Marktwirtschaft kann nicht funktionieren, so lange wir auf der Welt so ein Gefälle in Bildung und Wettbewerbsfähigkeit haben und selbst wenn nicht, bin ich immer noch skeptisch.
Es ist eigentlich lächerlich, dass es Menschen gibt, die in diesen Zeiten von einem rein virtuellen, gedanklichen Konstrukt, wie dem Finanzmarkt um ihr täglich Brot gebracht werden.
Naja wie auch immer, ich glaube, ich gehe jetzt Tulpen kaufen.
Anmerkungen ? Ergänzungen ? Kommentiert doch bitte ! :-)
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Kommentare
- anon: Bin auf dieser Seite gelandet, als ich gerade nach Infos zur Hamburger...
- Gebäudereinigung Hamburg: Toller Blog. Weiter so!
- vivi: für die spontanen aussagen eine 1+ mit sternchen:D wie man nur so...
- vivi: ich bin auch der meinung, dass barack obama den friedensnobelpreis zu...
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ich bin mal gespannt wieviele leute das mit den tulpen verstehen
[…] Finanzkrise […]
Nunja kann ja nicht immer gutgehen. Wenn der Finanzmarkt so laufen würde wie er in der Theorie angedacht ist müsste der Staat ja nicht eingreifen. Allerdings gibt es dann halt den Faktor Mensch wie du schon richtig erkannt hast ;)
Wurd aber schon alles erzählt. Das Thema is so ausgelutscht…
10€ darauf das Finanzkrise das Unwort des Jahres 2008 wird!
[…] Tulpen […]
Das gehört aber auch in das Buch des unnützen Wissens ;)…
Zitat Gus Levy (einer der führenden Goldman-Sachs Banker) in den 1970ern: “Wir sind gierig, aber nicht kurzfristig gierig sondern langfristig.”
Und als aus der langfristigen die kurzfristige Gier wurde, ging die Sache den Bach runter.
Ach ich finde das mit den Tulpen nicht so unnütz. Es Zeigt eigentlich nur das man es niemals lernen wird und das sich alles immer wieder wiederholt.
Das Problem ist mit den momentanen Mitteln ist es der Zentralbank nahezu unmöglich vernünftig auf den Märkten einzugreifen. Weil ihr dazu die Mittel fehlen. Deshalb muss der Staat eingreifen wenn er verhindern will das das Bankensystem zusammenbricht.
Die Sache mit den Geschäftsbanken ist die, dass die meisten Geschäftebanken sehr wenig Eigenkapital (in den USA noch weniger als bei uns)haben und den Großteil ihrer Geschäfte mit dem von Kunden angelegtem Geld machen. Wenn die dann aber plötzlich ein paar Milliarden abschreiben muss hat die Bank kein Eigenkapital mehr und ist Pleite. Und schon haben wir eine Weltwirtschaftskrise.
Willkommen auf dem Blog-Friedhof.
Bitte bring jetzt keinen Eintrag auf dem steht dass du demnächst wieder mehr schreiben wirst.
er ist halt viel beschäftigt…^^ :P