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Denkzettel an die Unfähigen
1 Kommentar Veröffentlicht 10. November 2008 in Politik und GesellschaftBarack Obama, der neue Heilsbringer der USA und der ganzen Welt. Er wird endlich das Land aus der Krise führen, die Banken wieder stabil, die Autos sparsam, den Irak frei, die Geldsäckel dick und die Leute wieder dünn machen.
Ok, wie viel er wirklich ohne Einsatz von Superkräften schaffen kann, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass sich wohl einiges zum Besseren wenden wird. Sobald er sein Amt im Januar angetreten hat, so die Hoffnung der Amerikaner, werden ihre dringenden Probleme endlich gelöst. So lange muss man halt jetzt noch ausharren…
Ja, wenn doch nur schon Januar wäre…
Ja, dann könnte endlich was geschehen…
Ähm…
Moment…
Ähh… Es gibt da ja noch eine amtierende Regierung !
Warum redet eigentlich keiner mehr von der ? Warum verlangt eigentlich keiner mehr was von der ? Ja im Ernst, warum benehmen sich alle so, als wäre diese Regierung seit dem Wahlergebnis zu passiven Amts-Platzhalter mutiert ?
Die Welt, besonders auch das amerikanische Volk, demonstriert der Bush-Administration gerade, was sie von ihr hält und zwar durch konsequente Nicht-Beachtung beim Besprechen von Problemen. Jetzt, da endlich ein Nachfolger gefunden ist, ein Licht am Ende des Tunnels, da will sich keiner mehr mit den alten Dinosauriern beschäftigen. Die kleben und leben sowieso an und in ihrer eigenen, exklusiven Welt, in der fossile Brennstoffe unbegrenzt, Kriege gut, und die Umwelt und das Klima ungefährdet sind. Beide potentiellen Nachfolger haben hier der Meinung der Bevölkerung und der Wissenschaft nachgegeben und in diesen Punkten Besserung versprochen. Doch von den Alten verlangt das keiner mehr… Ist das nicht irgendwie perplex ? Kann sich ein Staat mit derart hoher geopolitischer Verantwortung zwei Monate politisches Koma ohne neue Impulse leisten ? Sollte die Politik hier nicht über das Ende der Legislaturperiode hinausschauen ?
Die Weltöffentlichkeit scheint dies jedenfalls von der alten Regierung nicht zu erwarten, und das mit einer derartigen Selbstverständlichkeit, dass sich jedes ihrer Mitglieder eigentlich absolut vor den Kopf gestoßen fühlen müsste. Dass nicht einmal mehr der Versuch unternommen wird, sie zu etwas zu bringen, dass man quasi sagt, “Ach das hat doch eh keinen Zweck mehr mit euch, wir warten auf die Nächsten”, das ist doch eigentlich das größte Misstrauensvotum und die schlechteste Bewertung, die eine Regierung nur erhalten kann. Ihr wird Unfähigkeit attestiert.
Aber ich würde jede Wette eingehen, dass die Mitglieder der Bush-Regierung schon gar keine Zeit mehr haben darüber nachzudenken, sondern mitten in ihren Planungen stecken, wie sie diese letzten zwei Amtsmonate noch möglichst gewinnbringend nutzen können. Wissen möchte ich allerdings lieber nicht, was da in den letzten Wochen noch alles für Verträge unterschrieben und Gelder verschoben werden.
Es ist echt Zeit, dass es Januar wird…
Ahhhh ! Die Wirtschaftskrise !! Reeeeennnt !!!
Es ist mal wieder ein Blase geplatzt, wie ja jeder weiß, der die letzten drei Monate nicht in einem isolierten Keller zugebracht hat (an die Informatiker: Es ist mal wieder eine Blase geplatzt ! ;-)). Vieles ist falsch gelaufen, vieles ging, geht oder wird noch den Bach runter gehen. Aber ich glaube dennoch nicht, dass unsere Weltwirtschaft jetzt zusammenbricht und dass wir alle unsere Jobs und unser Geld verlieren, nein. Vielmehr aber glaube ich mehr denn je an folgende drei Punkte:
1. Menschen handeln im Kollektiv stets absolut dumm und erschaffen so alle ihre großen Probleme selbst.
2. Menschen predigen zwar Logik, handeln aber emotional.
3. Aus 1. und 2. folgt: Die völlig freie Marktwirtschaft ohne staatliche Eingriffe wäre mit ziemlicher Sicherheit das Ende unserer Wohlstandsgesellschaft.
Anmerkungen:
zu 1: Diese Aussage wird wohl niemand bezweifeln. Beweise hat unsere glorreiche Spezies schon genug gebracht: Kriege, Nationalsozialismus, Klimawandel. Jede außerirdische Spezies würde sich doch am Arsch lachen über uns, wie wir uns in regelmäßigen Abständen gegenseitig und auch selbst umbringen.
zu 2: Ich wette, selbst Kant war abergläubisch oder hatte Vorurteile. Es liegt in unserer Natur, unendlich tief verankert. Wir können mit Computern Maschinen erschaffen, die komplett logisch handeln. Wir haben die Logik folglich ziemich umfassend begriffen. Dennoch kann niemand von uns komplett danach handeln, ein innerer Trieb hindert uns einfach immer daran: Unsere Gefühle. Dies tun wir einfach immer und überall. Selbst wenn wir nur einer Menschenmasse durch einen Umweg nachlaufen, weil es uns richtiger erscheint, als den kürzeren Weg alleine zu laufen.
zu 3: Die Weltwirtschaft ist im Grunde ein großer Wagen, auf den in den letzen Jahrzehnten immer mehr Menschen aufgesprungen sind und der irgendwie völlig unkontrolliert durch die Gegend rattert, weil jeder einzelne ein Lenkrad für das Ding besitzt und jeder in eine andere Richtung schaut. Manchmal rasen wir schnell und problemlos dahin, aber manchmal kollidieren wir auch frontal mit einer Mauer. In diesem Fall bestand die Mauer aus amerikanischen Hypotheken. Zu unserem Glück gibt es da die Leute vom Staat, die sagen uns wenigstens grob, wo’s langgeht und können den Karren im Notfall wieder flicken. Völlig freie Marktwirtschaft kann nicht funktionieren, so lange wir auf der Welt so ein Gefälle in Bildung und Wettbewerbsfähigkeit haben und selbst wenn nicht, bin ich immer noch skeptisch.
Es ist eigentlich lächerlich, dass es Menschen gibt, die in diesen Zeiten von einem rein virtuellen, gedanklichen Konstrukt, wie dem Finanzmarkt um ihr täglich Brot gebracht werden.
Naja wie auch immer, ich glaube, ich gehe jetzt Tulpen kaufen.
Anmerkungen ? Ergänzungen ? Kommentiert doch bitte ! :-)
Viel passiert
3 Kommentare Veröffentlicht 16. Oktober 2008 in Allgemein, Erlebnisberichte, Mein LebenIch bin wieder da !
Warum ich seit einem Monat nicht geblogt habe ? Naja, wie der Titel schon verrät, es ist in den letzten Wochen einfach viel passiert und ich hatte weder viel Muse noch den Kopf dafür, mich hier auszulassen. Ab nächster Woche dürfte mein Leben dann hoffentlich wieder in stabileren Bahnen verlaufen und ich kann mich dann auch mal wieder regelmäßiger hier äußern.
Was denn alles war ? So einiges !
Meinen Ferienjob bei COS habe ich inzwischen (sehr erfolgreich, wie ich mal anmerken wollte :-)) abgeschlossen. Eine Wohnung für unsere geplante WG in Karlsruhe haben wir dann nach einer längeren, nervigen Suchodyssee auch gefunden, ab 1.12. können wir einziehen. Die Zwischenzeit über wird halt notgedrungen noch gependelt. Dann hat sich bei mir privat auch noch so die eine oder andere Sache geändert, was auch dazu beigesteuert hat, dass ich nicht mehr ganz so viel Zeit hatte und habe, im Internet und vor dem PC rumzulungern - was allerdings in diesem Fall ganz und gar nicht negativ ist. Wer mich kennt, weiß, was ich meine :-)
Ja und dann waren da noch die letzten anderthalb Wochen, in denen ich immerhin ganze drei Tage zu Hause war: Über das erste Oktoberwochenende stand der Kolpingsjahresausflug in die Fränkische Schweiz an, ein echt genialer und spaßiger Ausflug, mit einer geführten Brauereiwanderung und einer nicht zu vernachlässigenden Menge Bier als Höhepunkt. Als erfolgreicher Teilnehmer führen wir alle nun auch offiziell den Titel “Trinkfester Brauereiwanderer der Fränkischen Schweiz”. Nach kurzer Zeit zu Hause haben mir dann ein paar Freunden ein sehr billiges Pauschalticket für die Bahn und eine Einladung zu einem spontanen Kurztrip nach Berlin angeboten. Also ging’s von Donnerstag bis Sonntag auf nach Berlin!
Auch dieses Wochenende war super lustig und ganz nebenbei auch noch ziemlich interessant, da ich vorher noch nie in unserer gelobten Hauptstadt war. Unser gut gefülltes Tagesprogramm bestand eigentlich aus fast allem, was es in Berlin zu sehen gibt: das Regierungsviertel, der Kuhfürstendamm und das KaDeWe, das Brandenburger Tor, die Siegessäule, ein, zwei Museen, die Reste des Palastes der Republik… uvm. Das Nachtprogramm war natürlich ebenfalls gut gefüllt, denn Berlin bietet eigentlich an jeder Ecke eine Menge an Bars, Kneipen und Clubs, sodass einem da so schnell nicht langweilig wird. Der Trip hat sich auf jeden Fall gelohnt !
Am Montag begann dann die O-Phase und dauert auch noch bis morgen an. Für alle, denen dieser Begriff nichts sagt: Darunter versteht man die von den älteren Studenten organisierte Einführungsveranstaltung für die kommenden Erstsemester. Ich denke, ich brauche nicht zu erwähnen, dass dies alles strengstens alkoholfrei und unter Ausschluss jeglichen Spaßes von stets hochmotivierten, toporganisierten und höchst seriösen Tutoren durchgeführt wird und man jeden Abend spätestens um 22:30 Uhr wieder im Bett ist.
Und da im Rahmen der O-Phase nun heute Abend die große Fachschaftsparty der Physiker und Geistes- und Sozialwissenschaftler (irgendwie muss man die Frauenquote bei sowas ja anheben) stattfindet, verabschiede ich mich jetzt langsam mal wieder bis demnächst.
Wie gesagt, ich bin wieder da !
Welche Pfeife hat eigentlich diese Kacke programmiert ?
28 Kommentare Veröffentlicht 17. September 2008 in ErlebnisberichteJa diese Frage stellt man sich ja immer mal wieder und heute bezieht sie sich bei mir auf ein konkretes Produkt: Microsoft Office 2007.
Beruflich durfte ich jetzt sieben Wochen mit diesem Wunderwerk der Informationstechnik arbeiten und ich muss sagen, es ist Schrott.
Auf den ersten Blick merkt man das allerdings noch nicht, da fällt einem nämlich erst mal nur auf, wie inkonsistent das Erscheinungsbild der einzelnen Programme ist. Während die Programme, die jeder benutzt, sprich Word, Excel und Powerpoint, mit der neuen Benutzeroberfläche daherkommen, sehen die anderen Programme wie Outlook, Publisher & co. immer noch aus wie ihre Pendants in der Vorgängerversion. Ja, das ist einheitliche Bedienung ! Diese Dämlichkeit ist ironischerweise aber ein außerordentlicher Glücksfall für mich, der im Job hauptsächlich mit einem der “alten” Programme arbeitet, denn die neue Oberfläche ist etwa so übersichtlich wie ein Sack voller Schnüre. Die ganzen alten Menüs gibt’s nicht mehr, stattdessen eine neue, tolle, viel größere Leiste, in der sich einige der Einzelbefehle als übergroße Icons verstecken und wo der Rest, der nicht mehr hingepasst hat, als Dropdownmenü irgendwo drangebastelt wurde. Unmöglich da irgendetwas wiederzufinden, ohne dreimal falsch zu klicken und selbst wenn man sich an die neue Struktur gewöhnt hat, braucht man im Vergleich zur alten oft einen Klick mehr, um zum Ziel zu gelangen. Ganz neue Wege wollte Microsoft da in Sachen Usability gehen - leider haben sie nur nen vertrotteten Trampelpfad hingekriegt.
Eine andere wirklich super geile Sache: Ein Mitarbeiter einer Firma, nennen wir ihn mal P., nein besser, Herr M. bearbeitet das Excel-Dokument A (3. Normalform einer relationalen Datenbank, wen’s interessiert) und u.a. löscht er in diesem Zug auch einige Zeilen. Dann öffnet Herr M. ein weiteres Dokument B, arbeitet etwas darin, stellt aber fest, dass er doch noch eine gelöschte Zeile aus Dokument A braucht. Kein Problem, denkt sich Herr M., da drück ich doch einfach “Rückgängig” und d….. Ja von wegen, da Excel für alle geöffneten Dateien nur ein einziges, gemeinsames Arbeitsschritt-Protokoll führt, müsste er zuerst alle Änderungen in Dokument B wieder rückgängig machen. Ja Microsoft, so sehen Business-Lösungen aus ! Genau so praktikabel wie ein Auto ohne Lenkrad…
Ah und weil aller katastrophalen Dinge ja stets Drei sind, geht Herr M.s Leidengeschichte noch weiter: Um 15:00 Uhr ist ihm heute leider dann sein Publisher 2007 abgestürzt, als er ein Bild im Dokument angeklickt hat, um es zu verschieben. Office bietet ihm zum Glück sofort die Wiederherstellung vom letzten Stand an. Ha, denkt sich da der Herr M., meine Auto-Speichern-Einstellung steht ja zum Glück auf “alle 10 Minuten”, dann verlier ich ja nur die zwei Bilder, die ich in der Zwischenzeit eingefügt ha….. Ja von wegen, Publisher stellt nämlich aus unerfindlichen Gründen nicht das Backup von kurz vor drei, sondern das von 13:30 Uhr her und wirft Herr M. damit erstmal anderthalb Stunden zurück. Der schickt daraufhin nur noch ein Stoßgebet nach oben, dass er in der Zeit fast nur Bilder eingefügt und kaum Text getippt hat und ein Stoßgebet nach unten, dass sie doch gefälligst ihren Scheiß wieder von zurücknehmen sollen.
Also mal im Ernst, ich habe nach den Einbrüchen anfang des Jahrzehnts echt wieder Vertrauen zu Microsoft geschöpft, aber wie es ein solches Unternehmen schaffen kann, eines seiner Hauptprodukte derart zu verheizen… Entweder die machen grad ein Experiment, wie gut sich trainierte Affen als Programmierer eignen oder Würfeln um jede Codezeile oder so, oder die haben echt nen Knall.
Large Harderon Coroli…lo…egal, er zerstört unsere Welt !
5 Kommentare Veröffentlicht 10. September 2008 in LustigesDas will ich euch nicht vorenthalten:
Von: P.
An: Mueller, Patrick
Betreff: Urknall
Hallo Patrick,
Du willst doch mal Physiker werden.
Was hat es mit diesen Schwarzen Löchern vom Urknall auf sich??
Wird die Welt jetzt untergehen?
Gruß
eine sehr verängstigte
P.
Von: Mueller, Patrick
An: P.
Betreff: AW: Urknall
Hi,
Nein. Die wollen eigentlich nur das Higgs-Boson finden, so ein Teilchen, dass sie vorausberechnet, aber noch nicht in Wirklichkeit nachgewiesen haben. Wenn sie das schaffen, kann die Physik dir endlich komplett erklären, warum du, wenn du z.B. nach dem Weihnachtsfestessen auf der Waage stehst, immer so einen Schock kriegst: Das Higgs-Boson verleiht Teilchen nämlich Masse.
Bei den Experimenten, die die dazu durchführen kann es / wird es auf wiiiiinzigster Ebene zu den gleichen Teilchenzuständen kommen, wie sie auch in schwarzen Löchern existieren. Damit so ein schwarzes „Löchchen“ wachsen kann, muss es Materie verschlucken. In dem Vakuum der Beschleunigerröhre geht das leider nicht so gut, deshalb müsste es erst mal mit der Wand kollidieren. Dass das schwarze Löchchen bis dahin aber noch besteht ist zwar theoretisch möglich, aber völlig unwahrscheinlich. Um genau zu sein ist es nochmal viel unwahrscheinlicher, als z.B. dass plötzlich bei allen unseren Kunden COSware problemlos bis in alle Unendlichkeit läuft oder dass du einfach durch eine Hauswand hindurchspazierst. Ist beides rein physikalisch auch möglich – aber eben unwahrscheinlich, seeeehr unwahrscheinlich. In der Natur findet der gleiche Vorgang übrigens billionenfach in jeder Sekunde statt und wie du siehst, siehst du keine schwarzen Löcher um dich rum.
Ganz nebenbei gesagt, besteht das CERN-Personal auch nicht komplett aus verrückten, fanatischen und völlig irren Wissenschaftsfreaks sondern auch aus ein paar normalen Menschen, die eigentlich eher weniger Bock haben, in ein schwarzes Loch reingesaugt zu werden.
Übrigens haben die heute auch nur mit der Inbetriebnahme angefangen, bis das Ding richtig läuft, geht noch ein halbes Jahr rum.
Kannst dich also beruhigt auf dein Weihnachtsessen freuen.
Gruß
ein sehr beruhigter
Patrick
Na wenigstens ist die Teilchenphysik jetzt mal im Fokus der Medien. Ich verfolg den Bau von dem Ding schon seit zwei oder drei Jahren, ist echt witzig, wie jetzt plötzlich alle drauf aufmerksam werden :-)
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